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Andacht zum Monatsspruch
Liebe Leserinnen und Leser,
der 25. Juni markiert einen Hochtag im Kalender unserer evangelisch-lutherischen Kirche. An diesem Datum wurde im Jahr 1530 auf dem Reichstag zu Augsburg das Augsburger Bekenntnis – die Confessio Augustana – Kaiser Karl V. überreicht. Es fasst zusammen, was wir glauben und worauf wir vertrauen.
Bis heute gehört dieses Bekenntnis zu den wichtigsten Bekenntnistexten unserer Kirche neben dem Kleinen und Großen Katechismus. Da Melanchthon der Verfasser dieses Textes ist, wird eins klar: Nicht Luther als Person steht im Mittelpunkt der Evangelisch- Lutherischen Kirche. Nicht Andenken oder Namen. Entscheidend ist die Botschaft der Reformation – das, was uns im Glauben trägt. Die Augsburger Konfession erzählt uns davon in einer Dramaturgie der Gnade, nachzulesen im Gesangbuch unter der Nummer 807.
Alles beginnt mit Gott, nicht mit dem Menschen. Nicht wir sind der Mittelpunkt – er ist der Anfang und das Ziel. Die Heilsordnung beginnt nicht mit Sehnsucht des Menschen, sondern mit der Selbstoffenbarung Gottes. (Artikel I)
Denn der Mensch ist gefallen, nicht nur gefallen vom Ideal, sondern aus der Gemeinschaft mit Gott. Der Mensch ist also Sünder. Und diese Feststellung antwortet nicht auf die heute so beliebte Frage nach: „Was bist du wert?“ – also die Frage nach Identität. Sondern sie antwortet auf die Frage: „Was kannst du? Was ist dir zuzutrauen?“ Darauf antwortet Artikel II nüchtern: Der Mensch ist von Geburt an in einem Zustand, der Gott nicht erkennt, sich nicht zu ihm wenden kann und der ewigen Trennung von Gott ausgeliefert ist. Und darum ist die Antwort: Der Mensch ist Sünder und daher wundert euch nicht, dass ihr die Ansprüche nicht erfüllt.
Die Heilsordnung beginnt mit einer Verweigerung der menschlichen Unabhängigkeit von Gott: Du kannst es nicht. Nicht einmal wollen kannst du es aus dir heraus. Doch dann kommt die Wende, denn was aber nun tun, wenn der Mensch nicht zu Gott kommen kann?
Dann kommt Gott zum Menschen. Artikel III bekennt: Christus, wahrer Mensch und wahrer Gott. Christus lebt, was wir nicht leben konnten. Er stirbt, was wir verdient hätten. Er steht auf, damit wir leben. Und: Was er getan hat, zählt für uns. Aber wie erreicht uns das heute?
Ganz schlicht und doch kraftvoll: durch das Evangelium, das wir hören, und durch die Sakramente, die wir empfangen. Er könnte auch anders an uns handeln, aber so hat er sich festgelegt. Und das tut er auch in den Sommermonaten, die vor uns liegen. Wo sie den handelnden Gott in unseren Gemeinden der Region erleben können, das erfahren sie auf den kommenden Seiten.
Es grüßt herzlich Ihre / eure Pfarrerin Maxi Gütter
