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Andacht zum Monatsspruch
Liebe Leserinnen und Leser,
in der Zeit, in der ich diese Andacht schreibe, ist es draußen klirrend kalt bei minus 20 Grad. Zugleich aber stelle ich schon Anfang Januar fest, dass die Tage wieder länger werden und dass es schon jetzt länger hell ist. In der Zeit, in der ich diese Andacht schreibe, ist zudem das Sturmtief Elli angekündigt. Schneestürme sollen über Deutschland fegen. Zugleich aber kann ich schon mitten im Winter in die Sonne gehen und feststellen: Die Sonne hat bereits Kraft. Trotz Kälte und Schnee also wirkt die Sonne bereits hinein in die Welt mit ihrem Licht und mit ihrer Wärme. Auch wenn das Frühjahr noch weit weg ist, bekommen wir schon eine erste kleine Ahnung davon.
Der Monatsspruch für den Monat Februar steht im 5. Buch Mose im 21. Kapitel und heißt:
„Du sollst fröhlich sein über alles Gut, das der HERR, dein Gott, dir und deinem Hause gegeben hat.“
(5. Mose 26,11)
Dieser Bibeltext hat zunächst einen überraschenden Zusammenhang. Es geht darum, dass die Israeliten die ersten Früchte, die ihre Felder hervorgebracht haben, zum Tempel, zu Gott, bringen sollten. Dieses Opfer war eine Erinnerung daran, wer ihnen überhaupt die Möglichkeit gegeben hatte, die Felder zu bewirtschaften. Es war der Gott, der sie aus der schwersten Zeit in Ägypten herausgeholt hat. Die Gaben sollen dazu dienen, die Ärmsten, Witwen, Waisen und Fremde, zu versorgen. Sicher hat niemand gerne vom hart erarbeiteten Ertrag der Felder abgegeben. Doch ihre Gaben waren ein Zeichen. Sie erinnern an die Befreiung aus Ägypten, aus einer ganz dunklen Zeit. Und sie helfen den Menschen, die in schwierigen Zeiten sind. Angesichts dessen soll nun die Freude sein, dass es ihnen gut geht und dass sie etwas abgeben können.
Für mich ist in diesen Tagen die Sonne mit ihrem Licht und ihrer Wärme auch ein Zeichen der Freude, weil ich daran merke, wie Gott da ist, auch in kalten und dunklen Zeiten. So, wie er einst sein Volk aus Ägypten führte, so führt er das Jahr wieder zur hellen Zeit. Und so, wie er einst die Ärmsten versorgte, so gibt er heute trotz der dunklen Jahreszeit schon jeden Tag etwas mehr Licht. So bin ich überzeugt, er ist da, auch in den dunklen, kalten Tagen des Lebens. Das macht froh, selbst wenn ich Situationen erlebe, die ich mir nicht wünsche. Ich sehe auf Gott und werde dankbar für alles, was er schon gegeben hat und noch gibt.
In dieser Ausgabe der Kirchennachrichten geht es um die Monate Februar und März. Am Ende dieser Zeit wird sogar schon wieder auf die Sommerzeit umgestellt. So schnell können sich die Zeiten verändern von der Dunkelheit zum Licht. Anfang Januar scheint das weit weg, aber wir haben es schon im Plan. So hat auch Gott in der dunklen Zeit schon den Weg zum Licht im Plan. Darum sollst du fröhlich sein!
Mit diesen Worten wünsche ich Ihnen / euch allen gesegnete, fröhliche und hoffnungsvolle Monate Februar und März.
Ihr / euer Pfarrer Matti Schlosser
